loveletters

Startspieler

Brett- und Kartenspiele

Love Letter

 

Kartenspiel für 2-4 Spieler

Verlag: Pegasus Spiele

Spielzeit: ca. 45 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Autor: Seiji Kanai

Empfehlungsliste "Spiel des Jahres" 2014

Platz 4 Deutscher Spielepreis 2014

Was würden Sie sagen, wenn ich Ihnen ein Spiel vorstellen würde, dass nur 16 Personenkarten

und ein paar rote Holzherzen hat? Was würden Sie sagen, wenn dieses Spiel als Thema die

Liebe zu einer Prinzessin haben würde? Aha, ein Spiel für Frauen! Ok, sage ich dann, genau das

habe ich ebenfalls vermutet. Ok, sage ich, gerade einmal 16 Spielkarten? Na ja, gut ich

teste mal kurz.

 

Doch bevor ich zu meiner Bewertung komme, erkläre ich das Spiel.

Kommen wir zurück zu den 16 Personenkarten. Auf jeder Personenkarte ist ein Mitglied des

königlichen Hofes abgebildet und hat den Kartenwert von 1 - 8. Den höchsten Wert, die 8,

ist die Prinzessin, deren Liebe es zu erobern gilt. Je höher der Wert der jeweiligen

Personenkarte, je näher steht die Person der Prinzessin.

 

Die 16 Spielkarten werden gemischt, jeder Spieler erhält verdeckt eine Personenkarte und eine Karte wird verdeckt zur Seite gelegt. Die restlichen Karten bilden den verdeckten Kartenstock.

 

Wer an der Reihe ist, zieht eine Karte - hat somit zwei Karten auf der Hand und muss sich für eine Karte entscheiden, die er vor sich ablegt und die eine bestimmte Aktion ausführt.

 

Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Sind alle Karten gespielt, entscheidet der Spieler, der die vom Wert her höchste Karte auf der Hand hat, das Spiel, gewinnt das Herz der Prinzessin und fertig.

 

Moment mal! das kann doch nicht alles sein?

Stimmt! Denn ein wichtiges Spielelement ist es, Mitspieler einfach aus der Runde zu schmeißen und wenn es einem Spieler gelingt, alle seine Mitspieler aus der Runde zu werfen, gewinnt er ebenfalls das Spiel. Dafür erhält er ein rotes Herz und wer zuerst drei (je nach Spieleranzahl) rote Herzen vor sich liegen hat, gewinnt das ganze Spiel.

 

Schon besser! Aber wie wird der Spieler denn herausgeworfen?

Dafür sorgen die Aktionen der einzelnen Spielkarten und das Fingerspitzengefühl der Spieler. Die Spielkarte

"Wächterin" erlaubt es, einen beliebigen Mitspieler zu befragen.

Der Spieler fragt den Mitspieler, ob er eine bestimmte Karte auf der Hand hat.

Stimmt die Vermutung, scheidet der befragte Mitspieler aus der Runde aus.

 

Wer einen Priester ausspielt, darf sich die Karte eines Mitspielers einfach ansehen.

Wehe, wenn er dann in der Folgerunde noch eine "Wächterin" auf der Hand hat.

Der Baron ausgespielt erlaubt es, die verbliebene Karte mit der Karte eines Mitspielers zu vergleichen. Der Spieler, mit em niedrigsten Wert verliert. Solche Aktionen werdenaber niemals öffentlich den Mitspielern gezeigt.

 

Wer die Zofe ausspielt, hat erst einmal eine Runde Ruhe. Kein Spieler kann diesem Spieler eine Aktion aufzwingen. Der Prinz lässt einen anderen Spieler seine Karte abwerfen und mit dem König tauschen zwei Spieler einfach ihre Karten.

Nur die Gräfin hat keinerlei Funktionen. Wer aber Prinz oder König gleichzeitig auf der Hand hat, muss die Gräfin spielen.

 

Und dann die Prinzessin. Wäre diese Karte auf der Hand hat, darf sie niemals ausspielen.

Wer die Prinzessin ausspielt oder auf Grund einer Aktion eines Mitspielers ausspielen muss, verliert sofort und scheidet aus der Runde aus.

 

So versucht jeder Spieler mit Glück und taktischem Gespür seine Mitspieler entweder aus der Runde zu werfen oder am Ende der Runde die höchste Handkarte vorweisen zu können.

Bewertung.

 

Ein Partyspiel, Absackerspiel. Ein Spiel, was theoretisch auch abendfüllend sein kann. Ein Spiel, bei dem das Glück und der Spaß im Vordergrund steht. Keinen hohen taktischen Anspruch - einfach nur Spielspaß.

 

Aber irgendwie trotzdem bemerkenswert. 16 Spielkarten und Spielspaß, dass muss ein Spieleautor erst einmal hinbekommen. Der Reiz liegt im Umgang mit den Spielkarten.

Da jeder Spieler eigentlich immer nur zwei Karten auf der Hand hat, wenn er an der Reihe ist und davon nur eine ablegen kann, sind die Überlegungen natürlich begrenzt.

 

Aber die Spielkarten so einzusetzen, dass der Spieler auf die Handkarten seiner Mitspieler kommen kann, hat schon seinen besonderen Reiz und irgendwie denkt der Sieger immer: Clever gespielt habe ich!

 

Wer zu früh die Prinzessin auf der Hand hat, wird ein kleines Handicap haben, da er diese Karte nicht ausspielen kann. Aber zieht er seine zweite Karte auf die Hand und äußert seine Denkphase damit, dass er doch ein wenig

überlegen muss, welche Karte er denn nun spielen will, so wird das Grundprinzip des Spiels schnell klar. Bluffen was das Zeug hält. Somit ein empfehlenswertes Spiel, ohne großen Anspruch, aber für eine schnelle Partyrunde immer gut geeignet.

 

Einen negativen Punkt gibt es aber doch. Das Spiel ist für zwei Spieler einfach nur langweilig. Für 3 oder besser 4 Spieler ist es aber ein tolles Spiel.

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