Colt Express

Colt Express

 

Autor: Christophe Raimbault

Verlag: Asmodee

Kategorie: Gesellschaftsspiel

Anzahl Spieler: 2-6

Altersgruppe: ab 1o Jahre

Spieldauer: 40-60 Minuten

 

Rezension von:

Peter Zanow

Startspieler

Brett- und Kartenspiele

Da ist einer meiner Favoriten zum „Spiel des Jahres 2015“ erklärt worden und wir haben dieses Ereignis auf unserer Seite noch nicht mal richtig gewürdigt. Warum hat dieses Spiel zu Recht den Preis gewonnen?

 

1.Weil es Geschichten wie diese erzählen kann: „Ich sehe noch, wie die liebliche Cheyenne lächelt, als sie sich nach meinem Geldsack beugt, der mir, nach einem Schlag, der mich in den nächsten Waggon befördert, aus der Tasche fiel. Doch während ich mich noch wundere, wie diese zierliche Gestalt, dies vollbracht hat, wandert meine Hand schon reflexartig zu meinem Colt und ich verpass ihr eine Kugel. Rache ist süß, Kleines. Allerdings bemerkte ich nicht den Sheriff in meinem Rücken, der mir einen Streifschuss verpasste. Nix wie rauf aufs Dach, allerdings wartet dort schon die nächste Faust auf mich!“ Dies alles kann in einem einzigen Spielzug geschehen. Das Spielprinzip ist einfach. Jeder erhält einen Satz Karten, die für alle Spieler gleich sind. Aber jeder Charakter hat seine eigene Fähigkeit. Eine zufällig gezogene Karte verrät uns, wie viele und in welcher Form wir die Karten spielen. Die meisten werden offen auf einem gemeinsamen Kartenstapel gelegt, aber teilweise auch verdeckt oder gleich zwei auf einem Schlag. Wenn alle Karten gespielt wurden, wird der Ablagestapel gewendet und von oben abgearbeitet (der Mechanismus kommt Ihnen vielleicht von MAMMA MIA bekannt vor). Kann man nur hoffen, dass Sie gut aufgepasst haben, was die anderen ausspielten. Es nützt nämlich nichts, wenn Sie jemanden die Faust auf die Nase setzen wollen und es ist niemand da.

 

2.Es wurde ein origineller Spielplan entwickelt, man spielt in einem richtigen Zug, der vorher aus Pappteilen zusammengesetzt wird. Jeder Waggon unterscheidet sich in der Form, welche Beute er enthält. Sie wählen zu Beginn des Spiels zufällig die Waggons aus, in denen sie hoffentlich die meiste Beute machen. Ich hätte mit zwar gewünscht, dass die Waggons etwas höher und breiter, aber es ist auch für feinmotorisch nicht so begabte zu Händeln.

 

3.Endlich wurde mal ein nicht so moralisch einwandfreies Spiel gekürt. Ja, wir sind die Bösen und wollen den Mitfahrern an ihre wohlgefüllte Brieftasche. Also, eigentlich will ich nur die Beute haben, warum sich die anderen da auch jetzt einmischen müssen? Nimm die Finger weg, das ist mein Edelstein.

 

Jedenfalls bin restlos begeistert von dieser Wahl. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Mitspieler ihre dunkle Seite während des Spiels zum Vorschein bringen, um danach wieder die angenehmsten Zeitgenossen zu werden. Gut, einen Minuspunkt bekommt es wegen des Versuchs mit der enthaltenen Regel zu zweit spielbar machen zu wollen. Dies ist misslungen. Es gibt ja mittlerweile auf der Internetseite des Autors eine neue Regel. Ob diese besser ist, kann ich noch nicht beurteilen.

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